Shôgi. Eine Einführung
Überblick

Überblick

Von Fabian Krahe

Shôgi ist die japanische Variante des Schachspiels. Schach ist in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends in Indien entstanden und hatte dort den Namen Chaturanga. Von Indien aus ist Chaturanga über Persien und Arabien nach Europa gekommen. Im Spanien des 15. Jahrhunderts erhielt es mit der Erfindung der Dame die Form, die wir heute kennen. Das Wort Schach kommt vom Persischen Wort Shatrang. Im Osten wanderte das Schach über Südostasien und über China und Korea nach Japan. Im Land der aufgehenden Sonne entwickelte das Schach als Shôgi eine ganz eigene Form. Unter allen internationalen Schachvarianten sticht das Shôgi durch eine besondere Regel hervor: Schlägt man einen Stein des Gegners, so wird dieser nicht aus dem Spiel entfernt, sondern kann als eigener Spielstein wieder ins Spiel eingesetzt werden. Dadurch entsteht eine dem Shôgi ganz eigene Spieldynamik, die es von unserem Schach signifikant unterscheidet und in meinen Augen zur schönsten aller Schachvarianten macht.

Inhalt

  1. Regeln
  2. Strategien und Taktiken
  3. Eröffnungsphase (in Arbeit)
    • Den Genshi-Bôgin (in Arbeit)
  4. Mittelspiel
  5. Endspiel
  6. Amateurpartie
  7. Geschichte des Shôgi (folgt)
  8. Shôgi heute (folgt)
  9. Vokabelliste (wird laufend erweitert)

Von Anfang an werde ich in dieser Einführung die japanische Notation benutzen. Andere Shôgibücher und Shôgieinführungen in westlichen Sprachen nutzen meist eine Art der englischen Notation. So muss man sich bei der Notation oft neu orientieren und ich habe mich hier entschieden, direkt die japanische Notation zu benutzen. Die beste Shôgiliteratur kommt nun mal aus Japan. Für jeden Shôgibegriff gebe ich bei Erstnennung die japanische Entsprechung zuerst in Kanji und Kana und dann in lateinischer Umschrift an. Werden direkt japanische Begriffe benutzt, folgt anschließend die japanische Schreibweise. Eine Vokabelliste folgt und wird laufend erweitert. Für die Transkription wird das revidierte Hepburn-System benutzt. Bei japanischen Namen wird zuerst der Familienname, dann der Vorname genannt.

Das erste Kapitel der Einführung befasst sich mit den Regeln des Shôgi. Der Theorieteil soll zunächst einen allgemeinen Einblick in Strategie und Taktik im Shôgi geben. Ausführlich werden anschließend die drei Phasen Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel einer Shôgipartie besprochen. Zu jedem Kapitel gibt eine kleine Anzahl an Übungen zum Selbststudium. Zum Abschluß gibt es eine kommentierte Amateurpartie mittlerer Spielstärke, um einen Eindruck einer Partie nach einigen Monaten oder Jahren (je nach Engagement 😉 Spielpraxis zu geben.

Der dritte Teil der Einführung widmet sich der Entwicklung des Shôgi. Zunächst gebe ich einen kurzen Abriss über die historische Entwicklung des Shôgi in Japan und Europa. Dies umfasst die kulturelle Entwicklung und die Entwicklung der Spielweise. Abschließend soll der heutige Stand des Shôgi in Japan betrachtet werden.

Die Shôgidiagramme habe ich mit dem Computerprogramm BCMGames von Bernard C. März oder dem Shôgidiagrammeditor von Shogi France erstellt.