1200 Jahre nach den ersten Großmeistern: Das echte Schach aus Tausendundeiner Nacht bei Hamburgs Arabischen Kulturwochen 2019

Von René Gralla

Die Schachwelt schaute in der ersten Häfte des Novembermonats 2019 gebannt nach Hamburg, wo das dritte Grand Prix-Turnier im aktuellen FIDE-Wettkampfzyklus gastierte. Doch wohl keinem der 16 Megachamps, die zwei Wochen lang in der zukunftsorientierten HafenCity an der Elbe um wertvolle WM-Qualifikationspunkte zockten, dürfte bewusst gewesen sein, dass sie auf diese Weise nicht nur dem unverkennbar maritimen Genius Loci des Austragungsortes ihre Reverenz erwiesen, sondern zugleich auch eine weit in die Vergangenheit reichende Traditionslinie, deren Ausgangspunkt vor 1200 Jahren und viele tausend Meilen weiter in südöstlicher Richtung gesetzt worden ist, aufgenommen und für die Zukunft fortgeschrieben haben.

Haben in Hamburg eine Tradtionslinie fortgeschrieben, die vor 1200 Jahren in Bagdad begründet worden ist: Turniersieger Alexander Grischuk (li.) aus Russland und der Zweitplatzierte Jan-Krzysztof Duda (re.) aus Polen beim FIDE-Grand Prix 2019 in Deutschlands nördlicher Hafenmetropole.

Was bisher höchstens Spezialisten wussten: Der organisierte Mindsport markierte bereits im Jahr 819 der nachchristlichen Zeitrechnung einen gewaltigen Sprung nach vorn. Dank einer überraschenden Intervention des Kalifen al-Ma’mun (regierte von 813 bis 833): Der Gebieter der Gläubigen erhob die damals vier unbestrittenen Superstars der Strategiekunst in den Rang von „Aliyat“ – was nach Spielstärke und Prestige den modernen Großmeistern entsprochen hat.

Hat vor 1200 Jahren den Titel des Schachgroßmeisters kreiert: Kalif al-Ma’mun ernannte 819 die vier besten Shatranj-Spieler zu „Aliyat“.

Die Leidenschaft des Kalifen für die symbolischen Gladiatorenkämpfe in den Miniarenen der 64 Felder war familiär bedingt. Sein unvergessener Vater, der in die Märchenbücher eingegangene Harun ar-Raschid (763-809), schätzte ebenfalls das virtuelle Spiel um Triumph und Tod kriegerischer Herrscherfiguren und nahm deswegen eine 802 geführte Korrespondenz mit dem byzantinischen Kaiser Nikephoros I. (760-811) zum willkommenen Anlass, die Diskussion diplomatischer Fragen mit einem privaten Exkurs aufzulockern und von den Talenten einer seiner flotten Servicefachkräfte zu schwärmen – weil die besagte junge Dame nicht nur äußerst attraktiv war, sondern überdies feine und wunderbar fiese Intrigen am Brett zu spinnen wusste.

Die Schönheit der Mattkunst: Besucherinnen des Tunesientages 2018, in dessen Rahmen das zweite Shatranj-Turnier (nach der Premiere 2016) an der Universität Hamburg ausgetragen wurde. Foto: Bernd-Jürgen Fischer.
Die Schönheit der Mattkunst: Besucherinnen des Tunesientages 2018, in dessen Rahmen das zweite Shatranj-Turnier (nach der Premiere 2016) an der Universität Hamburg ausgetragen wurde. Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Allerdings folgte jene Schachversion, die einen veritablen Kalifen auf die Idee brachte, die Besten der Besten als „Aliyat“ zu feiern, noch ihrem eigenen und sehr spezifischen Rhythmus. Im seinerzeit verwendeten Spielmaterial fehlten die aktuell standardmäßigen „Läufer“ und „Damen“; stattdessen kamen im Aktionsradius massiv eingeschränkte „Elefanten“ plus „Wesire“ zum Einsatz. Der Denksport, für den im arabischen Raum die Bezeichnung „Shatranj“ üblich wurde, orientierte sich eben noch peinlich genau am klassischen Vorbild, das unbekannte Tüftler unter dem Namen „Chaturanga“ wohl in der Boomphase des indischen Gupta-Reiches zwischen fünftem und sechstem Jahrhundert gebastelt hatten. Während der Schachsport, den wir aus allfälligen Medienberichten oder eigener Spielpraxis kennen, im Grunde bloß eine jüngere und ziemlich respektlose Abwandlung des Originals ist: eine radikale Revision, die spanische und italienische Aktivisten vor einem guten halben Millennium forcierten, um die zuvor oft gemächlich dahin plätschernden Wettkampfpartien spürbar zu beschleunigen.
Den epochalen Beitrag, mit dem sich Kalif al-Ma’mun deutlich früher in die Annalen eingeschrieben hat – die Erfindung und Vergabe des Titels Aliyat aka Großmeister – , würdigt am 30. November 2019 ein Gedenkturnier am Asien-Afrika-Institut (AAI) der Universität Hamburg ab 12:00 Uhr im Rahmen eines Tunesientages. Das Kalif Al-Ma’mun-Memorial, einer der Höhepunkte im Programm der diesjährigen Arabischen Kulturwochen, ist angesetzt auf vier Runden im flotten Rapid Chess-Modus (15 Minuten pro Partei und Match) und holt das gewissermaßen echte Schach aus Tausendundeiner Nacht zurück ins Heute. Bei diesem Leistungsvergleich gelten – das ist Ehrensache! – allein die Regeln, die einst schon für Aliyat aka Großmeister in der Goldenen Ära Bagdads verbindlich waren.
Prominente Schirmherrin des Events ist Ihre Exzellenz Frau Konsulin Sonia Ben Amor, Chefin der diplomatischen Vertretung Tunesiens in der Hansestadt. Gesponsert wird die Veranstaltung von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft (DTG); Gabriele Kamensky, die Hamburg-Beauftragte der DTG, supportet Wiederentdeckung und Pflege des Shatranj aus persönlicher Überzeugung.

Prominente Supporterin des Hamburger Shatranj-Revivals ist Tunesiens Konsulin Sonia Ben Amor (Bildmitte; hier auf dem Tunesientag 2018 mit Gabriele Kamensky von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft, li., und Autor René Gralla, re.).
Prominente Supporterin des Hamburger Shatranj-Revivals ist Tunesiens Konsulin Sonia Ben Amor (Bildmitte; hier auf dem Tunesientag 2018 mit Gabriele Kamensky von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft, li., und Autor René Gralla, re.).

Back to the roots: Das Lieblingsspiel vom Hof der Kalifen wird der Vergessenheit entrissen und entpuppt sich als quicklebendig. Das aktuelle Shatranj-Turnier am Sonnabend vor dem Ersten Advent 2019 ist schon die dritte Auflage, nach einer sensationellen Premiere 2016, und vor drei Jahren ebenfalls in den heiligen Hallen von Hammonias Alma Mater. A SECOND COMING – AGAINST ALL ODDS … und eng verbunden mit zwei lokalen Enthusiasten: Schachlehrer Jürgen Woscidlo und der Hamburger Journalist und Rechtsanwalt René Gralla.
Der Sinstorfer Jürgen Woscidlo kümmert sich um die Organisation des Kalif al-Ma’mun-Memorials. In der Rolle eines Beraters agiert der Autor René Gralla, der in einer Reihe von Publikationen dafür plädiert hat, dem Protoschach Shatranj wieder einen gebührenden Platz im Turnierbetrieb einzuräumen.
Eine Initiative, an deren Realismus man zweifeln mag, die mittlerweile aber sogar in der Scientific Community erste Wellen geschlagen hat. Denn der erfolgreiche Startschuss für Shatranj 2016 führte – manchen Zweiflern zum Trotz – tatsächlich zu einer ersten Wiederholung am 27. Oktober 2018 in Hamburgs Asien-Afrika-Institut, und prominente Gäste der Eröffnungsfeier waren keine Geringeren als Professorin Trisilpa Boonkhachorn, die an Bangkoks Chulalongkorn University lehrt, im Zweierteam mit dem Kollegen Professor Volker Grabowsky, Dekan des Fachbereichs Thaiistik an der Universität Hamburg.
Schließlich schlägt das Thema Strategisches Spiel eine faszinierende Brücke zwischen arabischem Kulturraum und Südostasien: In Thailand und Kambodscha äußerst populär sind die regionalen Schachvarianten Makruk respektive Ouk Chatrang, die wie in einem Zeitlabor ihrerseits den Kanon des Shatranj fast deckungsgleich – abgesehen von minderen Modifikationen – widerspiegeln und entsprechend auch im 21. Jahrhundert pflegen.
Folgerichtig hat Professor Grabowsky mehrere Makruk-Turniere als quasi interaktive historische Workshops in seinem Fachbereich angeregt und unterstützt. Und die thailändische Naresuan University in Phitsanulok, mit der Hamburgs Wissenschaftler kooperieren, richtet Meisterschaften im Siamschach aus: ein Projekt, das anlässlich des Besuchs einer Delegation aus dem Königreich des Lächelns auf den Weg gebracht worden ist (wobei last not least auch Shatranj-Aficionado René Gralla die Strippen zog).

Jahrhunderte altes Boardgaming begeistert auch die Kids von heute: junger Fan, der im Spielsaal des zweiten Hamburger Shatranj-Turniers 2018 das thailändische Gegenstück "Makruk" ausprobiert. Das in Südostasien äußerst populäre Siamschach weist deutliche Parallelen zum traditionellen arabischen Shatranj auf. Foto: Bernd-Jürgen Fischer.
Jahrhunderte altes Boardgaming begeistert auch die Kids von heute: junger Fan, der im Spielsaal des zweiten Hamburger Shatranj-Turniers 2018 das thailändische Gegenstück „Makruk“ ausprobiert. Das in Südostasien äußerst populäre Siamschach weist deutliche Parallelen zum traditionellen arabischen Shatranj auf. Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

ANCIENT CHESS RULES! Und gerade auch Frauen mischen mit – auf den Spuren legendärer Meisterinnen des Shatranj.

Maurische Frauen beim Shatranj: Miniatur aus dem 1283 veröffentlichten „Libro de los juegos“, eine Spielesammlung, die dem kastilischen König Alfons X., genannt „El Sabio“ (übersetzt: „der Weise“), zugeschrieben wird.

Arabische Chronisten rühmten die brillanten Schwestern Safi’a, A’isha und ‚Ubaida, und nicht von ungefähr ist eine geheimnisvolle Mitstreiterin, die schöne Dilaram, verewigt worden in einer seit unzähligen Generationen diskutierten und analysierten Problemkomposition, deren geschmeidige Brutalität – das „Matt der Dilaram“ – bis in die Gegenwart nicht verblasst ist. Und die kleinen Schwestern der mythischen Heldin Dilaram frustrierten während der zweiten Hamburger Shatranj-Jamboree 2018 die Ambitionen vieler männlicher Kandidaten. In der Sonderwertung für weibliche Teilnehmerinnen platzierte sich am Ende die 17-jährige Mariam Khalifa vor ihrer fünf Jahre jüngeren Schwester Mona, was Vater Mohammed Khalifa stolz strahlen ließ. Der gebürtige Ägypter brachte 2003 die ersten Arabischen Kulturwochen auf den Weg und ist seitdem Mastermind der renommierten Veranstaltungsreihe.

Inspiriert von der legendären Meisterspielerin Dilaram: Mariam Khalifa (re.), beste weibliche Teilnehmerin beim zweiten Hamburger Shatranj-Turnier 2018 (hier im Match gegen den späteren Drittplatzierten Martin Wolff, li.). Foto: Bernd-Jürgen Fischer.
Inspiriert von der legendären Meisterspielerin Dilaram: Mariam Khalifa (re.), beste weibliche Teilnehmerin beim zweiten Hamburger Shatranj-Turnier 2018 (hier im Match gegen den späteren Drittplatzierten Martin Wolff, li.). Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Gegenüber dem Standardschach, das sich in den handelsüblichen Sammeleditionen findet, weist Shatranj einen unschlagbaren Vorteil auf: Es ist absolut anfängerfreundlich. Der Grund: Im Arsenal fehlen, wie schon erwähnt, sowohl die hyperdominanten Damen als auch hektische Läufer, die megaschnellen Roadrunnern nacheifern. In der Konsequenz können selbst Neueinsteiger ins Shatranj aus der Eröffnung heraus nicht überrumpelt werden, sondern haben die reale Chance, sich in das Spielszenario quasi reinzufummeln, eigene Pläne zu entwickeln und erfahrenen Kontrahenten auf Augenhöhe zu trotzen.

Glückwunsch für den besten  Newcomer beim 2. Hamburger Shatranj-Turnier 2018: Navid Nikzad (vorne re.); sein Sonderpreis war die Reproduktion des Rembrandt-Gemäldes "Mann in Rüstung" (links daneben Turniersieger René Gralla; hinten stehend: Turnierdirektor Jürgen Woscidlo). Foto: Bernd-Jürgen Fischer.
Glückwunsch für den besten Newcomer beim 2. Hamburger Shatranj-Turnier 2018: Navid Nikzad (vorne re.); sein Sonderpreis war die Reproduktion des Rembrandt-Gemäldes „Mann in Rüstung“ (links daneben Turniersieger René Gralla; hinten stehend: Turnierdirektor Jürgen Woscidlo). Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Als bester Newcomer des zweiten Hamburger Shatranj-Turniers 2018 wurde Navid Nikzad ausgezeichnet, der spontan den Tunesientag besucht hatte und begeistert ins Rennen ging, als er die aufgebauten Spielbretter mit den putzigen Shatranj-Elefanten sah. Sein Sonderpreis: ein gerahmter Nachdruck des 1655 entstandenen Rembrandt-Gemäldes „Mann in Rüstung“ aus dem Elmshorner Nachlass der 2017 verstorbenen Schachkulturförderin Ingrid Gralla.

War Liebhaberin und Kennerin der Schachkultur in allen Facetten: die Elmshornerin Ingrid Gralla (1930-2017), aufgenommen am 24.12.1997 während eines Aufenthalts in Rom (aus Ingrid Grallas Nachlass wurde der Sonderpeis für das 2. Hamburger Shatranj-Turnier 2018 gestiftet). Foto: René Gralla.
War Liebhaberin und Kennerin der Schachkultur in allen Facetten: die Elmshornerin Ingrid Gralla (1930-2017), aufgenommen am 24.12.1997 während eines Aufenthalts in Rom, hier im Ristorante „Quo Vadis“ an der Via Appia Antica (aus Ingrid Grallas Nachlass wurde der Sonderpeis für das 2. Hamburger Shatranj-Turnier 2018 gestiftet). Foto: René Gralla.

Die Jugendkonkurrenz 2018 gewann Leith Aroui; der zehnjährige Hamburger vertrat zugleich die Farben Tunesiens, aus dem ein Teil seiner Familie stammt. Und knapp den Titelgewinn verpasste Uwe Frischmuth: Mit hauchdünnem Vorsprung wiederholte Shatranj-Lobbyist René Gralla auch 2018 seinen Überraschungserfolg von 2016.
Und nun dürfen wir uns auf die dritte Runde des Shatranj-Revivals freuen – beim Kalif al-Ma’mun-Revival am letzten Tag des Novembers 2019 in Hamburg. Und da mit Musik alles besser läuft, lässt sich motivierender Begleitsound bei Youtube runterladen: „Amar Beirut“, komponiert – wen wundert’s?! – vom Barmstedter Jazzmusiker und Schachsportler Rainer Schnelle (Text und Produktion: Shantranj-Nerd René Gralla).

Die Hymne auf Beirut – eine atemberaubende kosmopolitische Metropole und legitime Nachfolgerin des einst prächtigen Bagdad der Kalifen, die Kultur und Shatranj förderten – wird gesungen von der libanesischen Supergruppe „The 4 Cats“, die bei ihren Konzerten regelmäßig die Massen zum Rasen bringen.

„The 4 Cats“ singen „Amar Beirut“, letzteres eine Gemeinschaftsarbeit des Jazzmusikers und Schachspielers Rainer Schnelle (Komposition) und des Shatranj-Promoters René Gralla (Text).

„Amar Beirut“, übersetzt: „Cool Moon of Beirut“: Nach dem dritten Hamburger Shatranj-Turnier 2019 wäre es eigentlich ziemlich cool, das Folgeturnier 2020 in Beirut auszurichten. Natürlich mit den unglaublichen „4 Cats“ als Opening Act.


Infos zum „Kalif Al-Ma’mun SHATRANJ-Memorial Hamburg 2019“ am 30.11.2019: Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1 (nahe Bahnhof Dammtor), Asien-Afrika-Institut (AAI), Flügel Westraum, Raum 222; Beginn: 12:00 Uhr; 4 Runden Schweizer System (15 Minuten pro Partei und Partie); Anmeldungen vor Ort am Turniertag spätestens bis 11:45 Uhr; Anmeldungen vorab per Email an: jwoscidlo[at]msn.com

Ausschreibung: First European Janggi Youth Championship in Hamburg

First European JANGGI Youth Championship in Hamburg

Saturday, 26th & Sunday, 27th of October 2019

Logo European Janggi Federation


Announcement

The European Janggi Federation (EJF) in cooperation with the local host, the
German Janggi Federation (GJF) as well as “Johannes-Brahms-Konservatorium” is happy to announce the organization of a the

1st European JANGGI Youth Championship on

26th & 27th of October 2019 in Hamburg.

Our efforts in promoting the game among youth players – especially in Europe – forced us to do the next step: organizing a European Championship in Janggi for the youth – in a game with a long history and highly respected especially in Korea; also referred to as “Korean Chess”.

Some minor groups of children already play seriously Janggi in different parts of Europe. The European Janggi Federation reflects on this development by organizing the 1st European Youth Championship 2019 for participants below 18 years of age.

This tournament is played in an Open format, which entitles all interested players – living in Europe – to participate.

Date:
Saturday, the 26th of October 2019
Registration:
11.45 a.m. – 12.00 p.m.
Everyone will have to sign in personally on site no later than 12:00 p.m.

Format:
Open Youth tournament – 7 rounds “Round Robin” system

Playing time:
15 minuten maintime + 3 x 40 seconds byoyomi

After reaching 1 hour of overall playing time, the games will be finished by the referee; counting the remaining material. Red must do the last move.

Preregistrations:
Please send you registration by email to one of the organizers listed below:

Contact:
Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com, Mobil: +49 (0) 175 – 75 63 860
Uwe Frischmuth, uwefrischmuth@gmx.de, Mobil: +49 (0) 163 – 79 86 436

Entry fee:
Youth under 18 of age: no fee

Schedule:
The schedules for the youth are geared into the schedule of the main tournament.

Schedule Youth Tournament Saturday, the 26th of October 2019

11:45 a.m.  – 12:00 p.m.        Registration
12:00 p.m.  – 12:30 p.m.        opening procedure
12:30 p.m.  – 01:30 p.m.        round 1
01:45 a.m.  – 02:45 p.m.        round 2
03:00 p.m.  – 04:00 p.m.        round 3
04:00 p.m.  – 04:30 p.m.        Break
04:30 p.m.  – 05:30 p.m.        round 4

Schedule MainTournament Sunday, the 27th of October 2019

09:30 a.m.  – 10:30 a.m.        round 5
10:45 a.m.  – 11:45 a.m.        round 6
11:45 a.m.  – 12:30 p.m.        Break
12:30 p.m.  – 01:30 p.m.        round 7
03:00 p.m.                              Prizegiving and closing

Place of Venue:
Johannes-Brahms-Konservatorium – Ebertallee 55 – 22607 Hamburg
Close to: S Bahn Othmarschen
Highway A-7 Turn Bahrenfeld – Metrobus I – Bus 186 – Schnellbus 37
http://www.brahms-konservatorium.de/index.php?id=home

Main-Referee:
Antonio Barra, President of European Janggi Federation, will act a main-referee of this tournament; with support by Uwe Frischmuth.

The youth will play according to the International Janggi Tournament Rules, which are currently in use by the Korean Janggi Federation (Southkorea).

Gradings:
This tournament will be subject for grading along with already existing grading results of other players from Europe.

Playing material:
All necessary playing material the organizers will provide.

Prizes:
1st place: trophy, certificate and special award
2nd place: certificate and special award
Further prizes are optional for all youth players

Ausschreibung: First European Janggi Blitz-Championship in Hamburg

First European Janggi Blitz-Championship in Hamburg

Saturday, 26th of October 2019

Logo European Janggi Federation


Announcement

The European Janggi Federation (EJF) in cooperation with the local host, the
German Janggi Federation (GJF) as well as “Johannes-Brahms-Konservatorium” is happy to announce the organization of a the

1st European Janggi Blitz-Championship on

26th of October 2019 in Hamburg.

Our efforts in promoting the game especially in Europe forced us to do a special step: organizing a European Janggi Blitz Championship, a side event to the main tournament.

We are especially proud of the fact, that many local players from Germany as well as the strongest players from Europe – coming from Poland, Russia, France, Austria, Turkey, Netherlands and Ukraine – have already committed themselves to participate in this special side tournament ; securing the highest level of play in Europe; fighting for the title as European Janggi Blitz Champion 2019.

This tournaments is played in an Open format, which entitles all interested players living in Europe to participate.

Date:
Saturday, the 26th of October 2019

Registration:
07.00 p.m. on site.
Everyone will have to sign in personally on site no later than 07:00 p.m.!

Format:
Open Blitz tournament – 7 rounds swiss system

Playing time:
5 minutes maintime + 3 seconds byoyomi (1 phase)

After reaching 15 minutes of overall playing time, the games will be finished by the referee; counting the remaining material. Red must do the last move.

Preregistrations:
Registration is only possible on site

For questions contact:
Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com, Mobil: +49 (0) 175 – 75 63 860
Uwe Frischmuth, uwefrischmuth@gmx.de, Mobil: +49 (0) 163 – 79 86 436

Entry fee:
Everyone may pay the fee during the personal registration process in cash.
We have to cover all cost for this tournament completely from all entry fees collected; without any further sponsor. All entry fees have to cover the cost for the youth players also. No money prizes will be awarded to keep it in a true amateur manner.

Adults: 5,00 Euro; reductions possible
Youth under 18 of age: no fee

Schedule:
The schedules for the youth are geared into the schedule of the main tournament.

Schedule Blitz Tournament Saturday, the 26th of October 2019

07.00 p.m. Registration
07:15 p.m. – 07:30 p.m. opening procedure
07.30 p.m. – 09:30 p.m. round 1 till round 7
09.30 p.m. Award Ceremony

Place of Venue:
Johannes-Brahms-Konservatorium – Ebertallee 55 – 22607 Hamburg
Close to: S Bahn Othmarschen
Highway A-7 Turn Bahrenfeld – Metrobus I – Bus 186 – Schnellbus 37
http://www.brahms-konservatorium.de/index.php?id=home

Main-Referee:
Antonio Barra, President of European Janggi Federation, will act a main-referee of this tournament.

The youth will play according to the International Janggi Tournament Rules, which are currently in use by the Korean Janggi Federation (Southkorea).

Gradings:
This tournament will be subject for special Blitz grading along with already existing grading results of other players from Europe.

Playing material:
All necessary playing material the organizers will provide.

Prizes:
1st place: trophy, certificate and special award
2nd place: certificate and special award
Further prizes are optional

Xiangqi goes Altenpflege

Von Jürgen Woscidlo

Am 30.08.2019 besuchte eine Klasse angehender Pflegefachkräfte die Schule Grumbrechtstraße. Die 12 angehenden Pflegefachkräfte sind Schüler des „Pollus International College“ aus Chengdu, China. Im Rahmen der Kooperation mit der Beruflichen Schule Burgstraße, BS 12 befanden sich die chinesischen Auszubildenden in Hamburg. Daraus erwuchs die Idee, die Gäste zum Xiangqi in die Schule Grumbrechtstraße einzuladen. An der Grumbrechtstrasse wird Xiangqi seit 2010 gespielt und die Schule hatte von 2013 bis 2018 eine Kooperation mit der Primary School Nr. 6 in Podong, Shanghai. Somit trafen drei Schulen aus zwei Kontinenten zusammen, um das über 2500 Jahre alte Xiangqi zu spielen. Pflegefachlich ging es darum, spielen als ein Mittel zu verstehen, um ältere Menschen zu aktivieren; besonders demente Menschen. In China ist Xiangqi genau wie Schach in Europa ein Kulturgut. Viele ältere Menschen haben es in ihrer Jugend, daher bot es sich an, es für diesen spielerisch/kulturellen/pflegefachlichen Austausch zu nutzen.
XianqXi goes Altenpflege 001
XianqXi goes Altenpflege 002
Pünktlich um 08:30 Uhr kamen unsere chinesischen Gäste im Schachraum an und nach einer kurzen Begrüßung ging es dann an die Bretter. Dabei zeigte es sich, dass viele der chinesischen Gäste Eltern oder Großeltern haben, die selbst Xiangqi spielen oder in ihrer Jugend spielten. Von den angehenden Pflegefachkräfte waren jedoch nicht alle mit dem Spiel vertraut. Viele spielten zum ersten Mal Xiangqi und somit fand ein kleiner kultureller Re-Import statt. Neben Xiangqi wurden auch Go und Luzhangi gespielt, zwei weitere Strategispiele aus dem Reich der Mitte. Auf Seiten der Grumbrechtstraße war der Bereich Schach mit einer neunköpfigen Mannschaft präsent. Zu dieser gehörten neben Routiniers wie Mina Woscidlo, Ian Meinköhn, Finlay Paul, Kerem Kurucca und Ludwig Witte. Im Mittelfeld spielten Henry Hargens und Nayan Tawcke. Bei den Anfängern spielten Saed und Sena Ünsal. Mina Woscidlo und Finlay Paul waren für die Übersetzung ins Englische zuständig. Mit Frau Witte hatte die Veranstaltung eine exzellente Dolmetscherin für Chinesisch.
XianqXi goes Altenpflege 003
In seinem kurzem Vortrag zu Beginn ging Jürgen Woscidlo auf die Wichtigkeit ein, bei dementen Menschen die Erinnerungen des Langzeitgedächtnisses zu aktivieren, wozu Xiangqi und Go besonders geeignet sind, weil es von Millionen Menschen in China in deren Jugend gespielt wurde. Es geht, so Jürgen Woscidlo, dabei nicht darum, wer gewinnt, sondern einfach darum eine Erinnerung wieder zu beleben und so den Betroffenen ein Stück positiven Erlebens und Sicherheit zu geben.
Nach dem Kurzvortrag wurde fleißig gespielt, ausprobiert und fotografiert. Danach folgte eine Sightseeing Tour durch die Schule. Dabei wurde den Gästen das Konzept der Inklusion, des jahrgangsübergreifenden, projektorientierten Unterrichts erklärt. Dies stieß auf sehr lebhaftes Interesse. Mit der Ausgabe der Urkunden und dem Abschlussfoto endete der Tag.
Besonderen Dank gilt Frau Schwake und Frau Wyatt (beide BS 12); Frau Witte für ihre Dolmtescherdienste sowie allen Eltern, die mit Kuchen und Muffins für das leibliche Wohl sorgten.
XianqXi goes Altenpflege 004

Janggi auf dem Korea-Tag 2018

Von Jürgen Woscidlo

Die spannende koreanische Schachvariante „Janggi“ ist nun bereits zum dritten Mal auf dem Hamburger Korea-Tag präsentiert worden. Am 15. Dezember 2018 lud die Deutsch-Koreanische Gesellschaft Hamburg e.V. (DKGH) ein zum Koreanischen Festival 2018 in das „Museum am Rothenbaum“ (kurz: MARKK), und dort mischte an diesem Adventssonnabend auch die „Janggi Platform Germany“ mit an mehreren Tischen im Kuppelsaal des imposanten Traditionsbaus, der unlängst noch unter dem Namen „Völkerkundemuseum“ firmierte.

Hauptevent war das „Admiral Yi Sun-sin Janggi Memorial 2018“. Das Turnier wurde dem Retter Koreas (geb. am 28. April 1545) gegen die Japaner gewidmet, weil sich der Todestag des heldenhaften Flottenkommandanten (16. Dezember 1598) einen Tag nach der Veranstaltung zum 420. Mal jährte.

20181215_114614 webDen geschichtsträchtigen Leistungsvergleich gewann Niels Meinköhn vor seinem Bruder Ian; hinter dem Spitzenduo überquerten der Drittplatzierte Kerem Kuruca sowie Verfolger Sven Meinköhn die Ziellinie.

IMG-20181215-WA0003

Parallel zum Wettkampfgeschehen luden Bretter die Festivalbesucher dazu ein, das Janggi näher kennenzulernen und gleich praktisch auszuprobieren. Dabei durften Jürgen Woscidlo und Dr. René Gralla, die Norddeutschlands Janggi-Community im MARKK vertraten, einen besonderen Gast an ihrem Stand begrüßen: Herrn Lee Jeong Pil vom Busan Metropolitan Traditional Orchestra. Der Kulturbotschafter aus der Hafenstadt am Japanischen Meer (anderslautend die offizielle Sprachregelung in Südkorea: Donghae, übersetzt: „Ostmeer“) erwies sich auch als Meister der Mattkombinationen: Gegen Jürgen Woscidlo bestritt er ein freundschaftliches Match über drei Runden und markierte nach spannungsgeladenen Duellen mit einem makellosen 3:0-Saldo seine echte Klasse.

Volle Pulle für Busan: Gegen Lee Jeong Pil (li.) konnte Hamburgs Jürgen Woscidlo (re.) keinen Stich landen.
Volle Pulle für Busan: Gegen Lee Jeong Pil (li.) konnte Hamburgs Jürgen Woscidlo (re.) keinen Stich landen.

Allen Teilnehmern am „Admiral Yi Sun-sin Janggi Memorial 2018“ ein großer Dank für tollen Sportsgeist und herzliche Glückwünsche zu den erfolgreichen Platzierungen. Und ein Extradank gilt Dr. René Gralla, der mit seinem 3D-Janggi-Set aus der Heimwerkstatt die Blicke der Festivalcrowd auf sich zog.

Janggi im 3D-Design aus der Heimwerkstatt von Dr. René Gralla. Foto: Jürgen Woscidlo
Janggi im 3D-Design aus der Heimwerkstatt von Dr. René Gralla. Foto: Jürgen Woscidlo
Flying Turtle Ship respektive Kanone der Roten Fraktion im phantasievollen Gralla-Design vor dem Abheben.
Flying Turtle Ship respektive Kanone der Roten Fraktion im Dystopian Wars-style Gralla-Design vor dem Abheben.
Ein Luftkreuzer aka Cannon der Blue Army macht sich bereit zum Durchstarten.
Ein Luftkreuzer aka Cannon der Blue Army macht sich bereit zum Durchstarten.
Das Match hat begonnen, und beide Parteien haben Flying Turtle Ship-Cannons jeweils ins Zentrum der eigenen Verbände einfliegen lassen.
Das Match hat begonnen, und beide Parteien haben Flying Turtle Ship-Cannons jeweils ins Zentrum der eigenen Verbände einfliegen lassen.

Fazit: Janggi auf dem Koreanischen Festival 2018 ließ auch manche Expatriates aus Fernost das spannende strategische Spiel ihrer Heimat wiederentdecken. Eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der eigenen Spielkultur, die in Zeiten einer globalisierten Medienwelt notwendiger denn je zu sein scheint. Siehe die kessen Mädels der neuen K-Pop-Superband BLACKPINK: Im Clip zu ihrem aktuellen Megahit „DDU-DU DDU-DU“ haben Jisoo, Jennie, Rose und Lisa zwar ein Schach-(!!)-Motiv eingebaut …

… aber ab Minute 0:29 sehen wir dort leider nicht das ehrwürdige Janggi, sondern schnöde die Figuren des Internationalen Schachs!
Die „Janggi Platform Germany“ mit Frontmann Jürgen Woscidlo muss also noch heftige Überzeugungs- und Nachhilfearbeit leisten – sogar in Südkorea.
Eine erste Gelegenheit an ziemlich prominenter Stelle bietet sich dafür später in diesem Jahr, wenn BLACKPINK im Rahmen ihrer Welttournee 2019 das einzige Deutschlandkonzert in Berlin geben.